Aarau — atmosphärisch betrachtet
Aarau – aufgeteilt in sieben Stadtbereiche:
von der Altstadt über die Industriestadt bis zur Gartenstadt.
Bei der Neugestaltung des Torfelds Süd drängt sich die Frage auf: Was für ein Stadtteil, bezogen auf alle anderen Aarauer Stadtteile, soll dort entstehen? Die Studie von Dieter Pfister, Pfister Marketing & Spacing, soll helfen, eine Antwort zu finden.
Ein Stadtbereich kann beschrieben werden als überschaubarer Raum, der von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie von den Nachbarbereichen nach folgenden Eigenschaften/Qualitäten wahrgenommen wird:
- soziale Beziehungssysteme
- soziale und ethnische Strukturen
- funktionale Akzente, Preislagen
- architektonische und naturbezogene Aspekte
- atmosphärische Ausstrahlung
Die Stadt Aarau bietet sieben Stadtbereichs-Atmosphären:
- Alt-Stadt
- Vor-Stadt
- Neu-Stadt
- Industrie-Stadt
- Wohn-Stadt
- Garten-Stadt
- Stadt-Natur
Das ergibt für die Position des Areals Torfeld Süd im raumatmosphärischen Umfeld folgende Möglichkeiten:
Ausrichtung Norden
- Grundorientierung Nordwest, Bezugs-Stadtbereiche Neustadt und Wohnstadt
- Binnenareal-Atmosphären-Strategie: Neu-Stadt-Modernität dominiert andere Raumatmosphären. Aeschbach-Halle und Villa Oehler erhalten Zeitgeistarchitektur-Ergänzungen.
- Thematische Orientierung: Technik, Modernität statt Identität, Hektik der Bahn als Orientierungsrahmen, «Durch-Zug»-Stimmung
- Raum- und Stimmungsbild: kühl, eher beliebig etc.
- Mögliche Materialisierung: Metall
Ausrichtung Süden
- Grundorientierungen: West bis Süd, bezogen auf Stadtbereiche Alt-Stadt und Garten-Stadt. Torfeld Süd als Gegengewicht zu Alt-Stadt.
- Binnenareal-Atmosphäre-Strategie: Moderne Behäbigkeit und Grün dominieren
- Thematische Orientierung: Tradition, Identifikation
- Mögliche Materialisierung: Beton und Holz
Das Torfeld Süd wird atmosphärisch von der Industrie-Stadt geprägt. Dies wird sich mit der Entwicklung des Gebietes jedoch grundlegend ändern. Und auch das Torfeld Nord wird früher oder später sein industriellen Charakter verlieren.
Heute grenzen Neu-Stadt, Wohn-Stadt und Garten-Stadt an das Torfeld. Somit liegt das Torfeld Süd auch im Bezug auf die Ortsatmosphären auf einer Grenze.
Erfolgreiche Zukunft schreiben
Es sind keine 150 Jahre her, als hier noch Wiesen standen, Kühe weideten und im Hintergrund der Alpenfirn sichtbar war, wenn man nach Süden blickte. Vor 100 Jahren dann wurde dieser Ausblick im Vordergrund bereichert durch kleine Häuser, die vereinzelt, dann immer öfter, aus dem Boden schossen. Hier wohnten Arbeiter und Beamte, angezogen von den Fabriken mit hohen Kaminen, die sich vor die Kulisse der Jurahügel schoben und so den Blick nach Norden veränderten. Den grössten Einschnitt jedoch brachte die Bahn, welche Aarau zweiteilte. Der vorbeischnaubende Zug brachte Wind in die Stadt, Dynamik, Durch-Zug von West nach Ost. Das Torfeld war zur Nahtstelle geworden, Tor zwischen Bahn- und Arbeitsfeld im Norden und dem Wohnfeld im Süden. Heute ist der Zug noch wichtiger geworden, das «Bahnfeld» durchzieht Aarau und trägt die Dynamik von Zürich ins Stadtbild.
Gegenüber welchem Feld wird nun das Torfeld Süd zum Zukunftstor? Ein Tor steht ja an der Grenze von einem Innen zum Aussen. Verschliesst es sich hier gegenüber den Feldern ausserhalb und macht auf dem Areal was Eigenes, Anderes? Oder lässt es atmosphärisch was rein, Düfte, Farben, Formen, Geschichten? Wird es so zum Tor nach Süden, zur Wohnstadt oder gar zur vorübergehenden Schlafstätte für Pendler? Oder zum Tor nach Westen, zum Anschlussgebiet an die Einkaufs- und Dienstleistungsmeile? Oder zum Tor nach Norden, öffnet sich zur produzierenden Industrie und Freizeitindustrie? Die Story kann also in drei Richtungen weitergeschrieben werden: Über das Torfeld Süd gesehen als Übergangszone (Mischwirtschaft) oder als An- und Abschlussgebiet zu einem Nachbarfeld oder als Ort für etwas ganz Anderes, etwa als Gegenpol zur Altstadt.
Quelle: Pfister Marketing & Spacing.
Aktuell
Das Areal «Torfeld Süd» in Aarau soll in eine dichte urbane Mischung aus Wohnen, Arbeiten und... » weiterlesen







