Die Aeschbach-Halle
Die Aeschbach-Halle war früher eine Schlosserei, Schmiede und Ofenschlosserei.
Die heutige Aeschbach-Halle war ursprünglich eine Schlosserei, Schmiede und Ofenschlosserei. Gebaut und umgebaut in den Jahren 1910, 1929, 1943. Der einheitlich mit Sichtbacksteinen ummauerte Hallenkomplex von 53 x 59 Metern zeigt verschiedene Gesichter, hervorgerufen durch in Form und Grösse variierenden Fenster, die zudem nie ganz symmetrisch in der Fassade angeordnet sind. Die hohen, durch Sprossen unterteilten Fensterflächen und das grosse Rundbogentor zeigen den Hallenbau an, während übereinander liegende Fensterreihen auf die seitlich eingezogene Galerie hinweisen. Im Innern halten Eisenstützen die Kranbahnen und Fachwerkträger (reines Strebenfachwerk) tragen das flach geneigte Dach, das von Oberlichtern durchsetzt ist. Die Rasterweite von 3, 6 und 12 Metern wurde von den späteren Erweiterungen, die von Beginn weg eingeplant oder zumindest mitbedacht waren, fortgesetzt.
Nur die Schmiede im Zentrum der heutigen Halle bildet einen durch massive Zwischenwände abgetrennten Bereich. Die letzte Bauetappe unterscheidet sich am Äusseren durch die schlichtere, glattere Fassadengestaltung und im Innern durch die betonierte Unterkellerung (mit Luftschutzraum).
Entwurf und Ausführung stammt von Adolf Schäfer
Der Hallenbau bietet von der Fläche und Höhe (7,6 Meter) einen eindrücklichen, weiten Innenraum. Er ist schrittweise gewachsen und lässt sich vom Konzept her beliebig erweitern, denn die in einem Raster gesetzten Eisenstützen tragen die Hallenkonstruktion und die Oberlichter sorgen für eine ausreichende natürliche Beleuchtung. Typische Merkmale des damaligen Fabrikbaus kamen hier zur Anwendung: Sichtbacksteinmauerwerk (mit wechselnden Läufer- und Binderschichten), Rundbogenfensteröffnungen (hier mit vorstehenden Backsteinen gerahmt und durch einen querenden Betonsturz stabilisiert), rahmenlose Fensterflächen mit Metallsprossen, genietete Eisenbinder und kittlose Glasoberlichter (in Satteldachform), Holzklötzliboden (stellenweise erhalten).
Entwurf und Ausführung der Fabrikhalle stammen von Adolf Schäfer, der zu dieser Zeit eines der wichtigsten Baugeschäfte in Aarau führte; er hatte am Polytechnikum in Zürich (heute ETH) Architektur studiert, u.a. bei Gottfried Semper, und sich mitunter auf den Industriebau spezialisiert.
Bewertung der Aeschbach-Halle: Typischer Industriebau vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Bewertungskategorie: Nationale architekturhistorische Bedeutung.
Erhaltungszustand: Schlechter Zustand, aber weitgehend original erhaltene Bausubstanz (Oberlichter brüchig, einzelne Beschädigungen der Aussenmauern).
Schutzempfehlung: Schützenswert.
Quelle: Inventar Industriegebiet Torfeld Süd Aarau, erstellt durch Michael Hanak, Kunst- und Architekturhistoriker, Zürich, im Auftrag der Stadt Aarau.
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